Walter-Siegenthaler-Symposium, DGIM 2026
Anlässlich des Internistenkongresses in Wiesbaden war die Walter-Siegenthaler-Gesellschaft am 18.04.2026 erneut mit einem Symposium präsent.
Traditionell bekommen in diesem Rahmen die Silbermedaillen-Gewinner die Möglichkeit, ihre Arbeit zu präsentieren. In diesem Jahr stellte Dr. Alexander Simonis (Köln) in seinem Vortrag «Neue Methoden zur Bekämpfung problematischer Krankenhauskeime» die Herausforderungen multiresistenter Keime und neue Möglichkeiten zur Bekämpfung vor. Mit seinem Team hat er einen neuartigen Ansatz der Antibiotika-unabhängigen Blockade von Virulenzfaktoren des Krankenhauskeims Pseudomonas aeruginosa entdeckt. Er konnte zeigen, dass die menschliche humorale Immunantwort für die Entwicklung von hoch-potenten antibakteriellen Antikörpern genutzt werden kann, die herkömmliche Resistenzmechanismen umgehen. Humane monoklonale Antikörper könnten somit einen innovativen Therapieansatz insbesondere bei schweren Infektionen mit multiresistenten Bakterien bieten. Neben den wissenschaftlich hoch-interessanten Aspekten ging er auch auf die Hürden ein, die sich der akademischen Forschung und hier insbesondere der Entwicklung neuer Wirkstoffe stellen.
Womit die Brücke zum zweiten Vortrag gebaut war. In ihrem Vortrag «Zukunft des Arztberufes – Wo drückt der Schuh am meisten?» ging Dr. Wiebke Rösler (Zürich) auf die vielfältigen Schwierigkeiten ein, denen sich gerade der ärztliche Nachwuchs ausgesetzt sieht und der zu einer relevanten Abwanderung in nicht-ärztliche Berufe führt. Neben den unterschiedlichsten Gründen, die den Arztberuf derzeit zunehmend weniger attraktiv erscheinen lassen wie der Kosten- und damit verbundene Zeitdruck, die Erwartungshaltung von Gesellschaft und Arbeitgebern, sowie neue Gegebenheiten in Hinblick auf die Arbeitszeit und -gestaltung durch unterschiedlichste Formen familiären Zusammenlebens, ging sie auch auf mögliche Lösungen ein, die in der Arbeitsgruppe «Arztberuf der Zukunft» der WSG, federführend geleitet von Prof. Weimann-Menke (Heidelberg) und Prof. Sossalla (Giessen) im letzten Jahr erarbeitet wurden. So konnte am Ende der sowohl vor Ort als auch online gut besuchten Veranstaltung ein positives Fazit gezogen werden. In beide Bereichen sind die Probleme gut bekannt und beschrieben, wir Internistinnen und Internisten haben es aber mit in der Hand, die Lösungen aktiv mitzugestalten und weiterhin zur Attraktivität unseres Berufes beizutragen.